Praktikumsbericht von Verena Neumann (August 2014)

 

Im Rahmen meines Studiums sollte ich ein mehrmonatiges Praktikum absolvieren. Dieses Pflichtpraktikum wollte ich für mich nützen, um einerseits mein theoretisches Wissen, das ich während meines Politikwissenschaftsstudiums erlernt habe, mit eigenen praktischen Erfahrungen anzureichern und andererseits um berufliche Einblicke im politischen Alltag zu sammeln. Aus diesem Grund bewarb ich mich bei Herrn Reiner Meier für ein Praktikum in Berlin und freute mich sehr, als ich eine Zusage erhielt.


Mein Praktikum begann im August während der Sommerpause. Dies war sehr angenehm, da dadurch die Zeit gegeben war, in Ruhe meine Kollegen aus dem Büroteam, Herrn Thirmeyer und Frau Janke, kennenzulernen und in meine Aufgabenbereiche eingeführt werden. Als dann die Sitzungswochen begannen, war ich bereits eingearbeitet und kannte mich ein wenig im gigantischen Gebäudekomplex aus.

Insgesamt dauerte mein Praktikum drei Monate. Es wurden mir kurze, aber auch umfangreiche Aufgaben zugeteilt, wodurch ich effektiv im Büro mitarbeiten konnte. So gehörte es zu meinen Aufgaben, Informationen zu recherchieren und zu präsentieren, Briefe und Anfragen zu beantworten sowie Texte auszuformulieren. Zum Beispiel sammelte ich anlässlich der Debatte über einen Gesetzesentwurf zur Sterbehilfe Informationen über Sterbehilfeformen, über die aktuelle Gesetzeslage in Deutschland und in anderen europäischen Ländern sowie über Meinungsumfragen. Diese Informationen fasste ich für Herrn Meier zusammen, damit dieser sich einen schnellen, aber dennoch möglichst umfassenden Überblick verschaffen konnte. Es gefiel mir sehr gut, so facettenreich Aufgaben übernehmen zu können und dabei die Möglichkeit zu haben, berufliche Erfahrungen aus dem Alltag im Bundestag zu gewinnen.

Neben der Arbeit im Büro konnte ich Herrn Meier auch mehrmals zu Sitzungen der einzelnen Arbeitsgruppen, in den Ausschüssen und im Plenum begleiten. So konnte ich aus nächster Nähe miterleben, wie die Abgeordneten in der Arbeitsgruppe Gesundheit hoch kontroverse und komplexe Themen wie die gesundheitliche Versorgung im ländlichen Raum diskutierten und Entscheidungen trafen. Besonders beeindruckend war, als im Bundestag aufgrund der Ebola-Krise eine Sondersitzung einberufen wurde. Ich war fasziniert, wie schnell ein Konzept entwickelt wurde, wie dabei viele Details beachtet wurden, wie beispielsweise die Notsituation, wenn Erkrankte nach Deutschland kommen und wie schnell letztlich die Maßnahmen beschlossen und umgesetzt wurden. Herrn Meier begleiten zu können, war für mich als Politikwissenschaft-Studentin sehr interessant, da ich so sehen konnte, wie politische Verhandlungen und Entscheidungen in der Wirklichkeit ablaufen.

Eine zusätzliche Bereicherung für mein Praktikum war das Praktikantenprogramm der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Das Programm bietet ein breites Angebot von Führungen wie durch das Kanzleramt, Bundesratsgebäude oder ARD-Hauptstadtstudio, Gesprächsrunden mit Abgeordneten, zum Beispiel mit Wolfgang Schäuble oder Hermann Gröhe, sowie thematische Diskussionsrunden wie über die Bundeswehreinsätze in Afrika oder über den Menschenhandel in Europa. Durch das Programm konnte ich weitere Bereiche des politischen Alltags entdecken, Wissen austauschen und Neues erfahren. Darüber hinaus bietet das Programm eine gute Gelegenheit, weitere Praktikanten kennenzulernen. 

Das Praktikum hat meine Erwartungen übertroffen und ich kann es jedem weiterempfehlen. Es war eine schöne und lehrreiche Zeit mit vielen Eindrücken und Erfahrungen, die mir sowohl persönlich als auch im Studium und im Beruf weiterhelfen werden.

Ich möchte Herrn Meier und seinen Referententeam, Herrn Thirmeyer und Frau Janke, für das Praktikum und für diese wertvolle Zeit danken.